Chemnitz – Stadt der Moderne, bald älteste Stadt der EU?
Chemnitz in Sachsen schmückt sich gerne mit dem Beinamen „Stadt der Moderne“. Doch auch, wenn das Shoppen, Feiern, Wohnen, Arbeiten und Leben dort Spaß macht, muss die Frage erlaubt sein, ob die Vorstellung tatsächlich stimmt.
Denn neben dem Durchziehen der Karte durchs EC-Cash Terminal, um neuste Errungenschaften in Geschäften zu bezahlen, vergisst man fast, dass Chemnitz über mehr ältere als jüngere Bewohner verfügt und sich bis 2030 wahrscheinlich zu der Stadt entwickelt hat, in der EU-weit die meisten alten Menschen leben. Das haben Statistiken gezeigt, durch die auch herausgestellt wurde, dass im Jahr 2008 bereits 32,6 Prozent der Bewohner in Chemnitz älter als 60 waren. Keine andere Großstadt erhielt einen so hohen Wert, was dennoch viele junge Neu-Chemnitzer, die zum Studieren, Arbeiten oder Lernen in die Stadt kommen, nicht davon abhalten soll, sich den Wohnungsmarkt in Chemnitz genauer anzusehen. Vielleicht lässt sich die Prognose dann sogar noch verändern.
Denn der Grund für die Überalterung von Chemnitz liegt vor allem an der Verringerung von Arbeitsplätzen und Lehrstellen, die es hier gab und gibt. Immer mehr Menschen kehrten der Stadt den Rücken und versuchten ihr Glück lieber in den alten Bundesländern. Dies betraf nicht nur Chemnitz, sondern auch zahlreiche andere Städte und Dörfer in der ehemaligen DDR. So wohnen in Chemnitz auch nicht nur viele ältere Menschen, sondern allgemein auch weniger Personen, ca. 244.000 im Moment, wobei die Stadt einmal mehr als 300.000 Einwohner zählte. Dennoch verfügt Chemnitz in Ostdeutschland auch über das höchste Pro-Kopf-Einkommen, was jedoch wiederum mit den „Alten“ zu tun hat, da diese aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit zu DDR-Zeiten hohe Renten erhalten. Verändern wird sich das nun durch Personen, die nach der Wende arbeitslos wurden, sodass ihnen Altersarmut droht und auch die Kassenrollen in Geschäften kaum mehr zum Drucken kommen. Doch es wird auch nichts getan, die Jungen zu halten, da Veranstaltungen für junge Leute abgesagt werden, viele Jugendclubs schließen und die Kindergartenbeiträge erhöht werden. Nur, wenn Chemnitz versucht, wirklich eine moderne Stadt zu sein, lässt sich das Eintreten der Prognose verhindern.
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